Rückblick 2021

1. Hamburger Insektenwoche

Im Folgenden finden sich eine Übersicht über die stattgefundenen Veranstaltungen. Ab Dezember 2021 folgen nach und nach die Aufzeichnungen der Vorträge, welche sich dann hier anschauen lassen.



Montag,

01.11.2021

 

Beginn 

18:30 Uhr

Beleuchtung als Insektenfalle –

Untersuchung der Anziehungswirkung unterschiedlicher Leuchtmittel auf Insekten an Bahnhöfen

Frederick Bott, Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt

 

In dem Vortrag werden das Vorgehen & Konzept sowie Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Insektenschutz an Bahnhöfen durch insektenfreundliche Beleuchtung“ vorgestellt. Ziel des Vorhabens ist es herauszufinden, welche Sogwirkung die bisher an Haltestellen verwendete Beleuchtung an Bahnhöfen in den Nachtstunden auf die Insektenvielfalt hat und durch welche Maßnahmen mögliche Beeinträchtigung verringert werden können. 

 



Dienstag,

02.11.2021

 

Beginn

18:30 Uhr

Insektengerechte Bewirtschaftung von Grünflächen im Siedlungsbereich

Dr. Matthias Nuß, Senckenberg Dresden

 

Viele städtische Grünflächen werden nicht für Freizeitaktivitäten oder anderes genutzt und könnten durch eine angepasste Mahd in Lebensräume für Pflanzen und Insekten umgewandelt werden. Wie man das macht, wird anhand des Mitmachprojektes „Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“ gezeigt, indem mehr als 880 Schmetterlingswiesen registriert sind. Quantitative Untersuchungen werden vorgestellt, die signifikant höhere Diversitätsindizes auf Schmetterlingswiesen im Vergleich zu intensiv gemähten Flächen zeigen.    

 



Mittwoch,

03.11.2021

 

Beginn

18:30 Uhr

Artbildung und Artabgrenzung bei heimischen Grashüpfern

Dr. Oliver Hawlitschek, Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels

 

Heuschrecken gehören zu unseren häufigsten und auffälligsten Insekten, geben der Wissenschaft aber noch einige Rätsel auf. Einige heimische Arten sind kaum anhand von äußeren oder sogar genetischen Merkmalen zu unterscheiden. Vieles spricht dafür, dass der Prozess der Artbildung bei unseren Heuschrecken noch nicht abgeschlossen ist und wir hier Evolution in Aktion erleben können. Der Vortrag beleuchtet Beispiele evolvierender Arten aus der heimischen Heuschreckenfauna.

 



Donnerstag,

04.11.2021

 

Beginn

18:30 Uhr

Evolution und Biogeographie der Ödlandschrecken: Weltweite Fallstudien

Dr. Martin HusemannLeibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels

 

Mit ca. 900 Arten sind die Ödlandschrecken eine der diversesten Gruppen innerhalb der Heuschrecken. Sie kommen vor allem in semi-ariden und ariden Gebieten vor und können hier hohe Dichten erreichen. Obwohl sie alle ökologisch ähnlich sind kommen häufig mehrere nahe verwandte Arten zusammen vor. Zudem gibt es innerhalb der Ödlandschrecken mehrere lokale Radiationen. In diesem Vortrag werden die Ödlandschrecken als interessantes System zur Evolutionsforschung vorgestellt. Anhand von mehreren Beispielen werden Hypothesen für die Mechanismen die zur Artbildung geführt haben aufgestellt, die mit diversen Methoden getestet wurden.  

 



Freitag,

05.11.2021

 

Beginn

18:30 Uhr

Neobiota in Hamburg - Asiatische Hornisse & Co.

Dr. Martin Husemann und  Lena Kath, Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels

 

In Zeiten der Globalisierung und des Klimawandels können viele Arten sich in Regionen ausbreiten, die vorher nicht für sie erschließbar waren. Vor allem in Regionen mit viel internationalem Warenverkehr, wie dem Hamburger Hafen werden häufig neue Arten versehentlich importiert. Bereits vor mehr als 100 Jahren wurden mehr als 500 gebietsfremde Arten aus dem Hamburger Hafen berichtet und sogar neue Arten beschrieben. Trotzdem wissen wir recht wenig wie diese gebietsfremden Arten verbreitet sind. Um hierzu neue Daten zu erheben und die Früherkennung neu ankommender Arten zu verbessern haben wir das Neobiota-Hamburg.de Portal etabliert. Hier werden erste Ergebnisse vorgestellt. 

Zudem soll am Beispiel der Südlichen Eichenschrecke (Meconema meridionale) gezeigt werden, von welche Faktoren die Ausbreitung einer Art abhängt und wie sich damit zukünftige Verbreitungsmuster modellieren lassen. 

 



Montag,

08.11.2021

 

Beginn

18:30 Uhr

Die Insektenvielfalt in Hamburgs Hochmooren

Dr. Martin Kubiak

 

Im Rahmen des Vortrages werden Hochmoorlebensräume zunächst charakterisiert sowie ein Überblick zu den noch auf Hamburger Gebiet vorkommenden Hochmoorlebensräumen vermittelt. Anschließend werden Vorkommensdaten zu ausgewählten Insektengruppen dargestellt und einige hoch spezialisierte und/oder seltene hochmoortypische Arten besprochen. Der Schwerpunkt der Besprechung liegt hierbei auf aquatischen Insektengruppen wie Köcherfliegen und Libellen. 

 



Dienstag,

09.11.2021

 

Beginn

18:30 Uhr

Graue Motten oder unbekannte Schönheiten

Dr. Detlef Kolligs, Stiftung Naturschutz Schleswig Holstein

 

Die Welt der Nachtfalter besteht nicht nur aus grauen und unscheinbaren Motten, sie beherbergt so manche Kuriosität und Schönheit. Der Vortrag lädt zu einer kleinen Entdeckungsreise in Bildern ein.

Weltweit sind mehr als 300.000 Arten von Schmetterlingen bekannt und allein in Schleswig-Holstein sind über 2.000 Arten heimisch. Dazu zählen auch die meist als grau und unscheinbar geltenden Nachtfalter und Kleinschmetterlinge. Ob diese Vorurteil begründet ist, soll in dem Vortrag erkundet werden. Er lädt ein über den verborgenen, unglaublichen Reichtum an Formen, Farben, Linien und Mustern sowohl bei den Raupen, als auch den heimischen Nachtfaltern zu staunen. 

 



Mittwoch,

10.11.2021

 

Beginn

18:30 Uhr

Wildbienen in Hamburg

Dr. Christian Schmid-Egger, Deutsche Wildtier Stiftung

 

Christian Schmid-Egger führt in seinem Vortrag in die Welt der Wildbienen ein. Im ersten Teil erläutert er, was Wildbienen sind und welche Ansprüche diese faszinierende Tiergruppe an ihre Umwelt stellt. Dabei zeigt er auch Details aus der komplexen Lebensweise dieser Tiergruppe. Im zweiten werden Gefährdungsursachen geschildet. Zudem erfahren Sie, was sie in ihrem Garten, auf ihrem Balkon oder in ihrem sonstigen Umfeld tun können, um Wildbienen zu fördern.